Liebste Kitty… Das Leben im Untergrund

Am 13.10.2022 besuchten die Schüler der siebten Klassen des Carl-von-Linde-Gymnasiums im Rahmen des Deutschunterrichts das Theaterstück „Liebste Kitty…“ im Stadttheater Kempten.

Anne Frank und ihre Familie wandern, nachdem Hitler 1933 die Macht ergriffen hatte, nach Amsterdam in die Niederlande aus, da diese noch neutral war. Das berühmte rotkarierte Tagebuch bekam sie an ihrem 13. Geburtstag. Diesem gab sie den Namen „Kitty“ und schrieb fortan an ihre imaginäre Brieffreundin. 1940 wurden die Niederlande von Deutschland besetzt und auf das erste Judengesetz folgte das zweite und das dritte. Annes Vater sah sich gezwungen, die offizielle Leitung seiner Firma an seine Mitarbeiter Victor Kugler und Johannes Kleinmann abzugeben. Letztendlich musste die Familie 1942 untertauchen. In ihrem Versteck war sie aber nicht allein. Ein befreundetes Ehepaar zog mit ihrem Sohn auch in das Hinterhaus ein und später folgte noch ein jüdischer Zahnarzt, den Anne aufgrund seiner egoistischen Art nicht leiden konnte. In diesem Theaterstück wird nach den Begebenheiten im „Tagebuch der Anne Frank“ erzählt, wie es für die pubertierende Dreizehnjährige war, keine Privatsphäre zu haben, nicht das machen zu dürfen, was sie wollte, nicht nach draußen zu dürfen und immer mit der Angst leben zu müssen, sie könnten entdeckt werden. Ganze zwei Jahre, in denen sie im Hinterhaus lebten, schrieb sie alles auf, alles, was sie im Radio hörten, alles, was sie empfand und alles, was sie sich erhoffte: dass sie endlich nach draußen könnte, endlich leben wie jeder andere Mensch. Kurz vor Kriegsende, am 4. August 1944, wurden sie jedoch entdeckt und ins Konzentrationslager gebracht. Von denen, die im Hinterhaus gelebt hatten, überlebte nur Annes Vater. Nach Kriegsende veröffentlichte er das Tagebuch seiner Tochter.

Für den, der in Anne Franks Geschichte eintauchen möchte, ist dieses Theaterstück genau das Richtige. Nach dem Theaterstück nahm sich die Schauspielerin Antonia Welke die Zeit, auf sämtliche Fragen der Schüler*innen einzugehen und sie zu beantworten, sodass dieses anspruchsvolle Theaterstück zu einer kulturellen und geschichtlichen Bereicherung für die Siebtklässler*innen wurde.

Angelina Hubich, 7b

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