Exkursion zum Tag der Klassischen Archäologie
Was haben Fledermausöllampen, Feigenblätter und eine antike Bierbestellung gemeinsam?
Auf den ersten Blick wohl nichts, doch alle sind Forschungsobjekte, über die man Näheres beim Tag der Klassischen Archäologie in München erfahren konnte.
Der Latein-Kurs der 12. Jahrgangsstufe machte sich gemeinsam mit Frau Koob und Herrn Stöberl am 21.7.26 auf den Weg nach München ins Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke. Dort veranstaltete die Fachrichtung Archäologie der Ludwig-Maximilian-Universität unter Leitung von Frau Prof. Dr. Ruth Bielfeldt den „Tag der Klassischen Archäologie“, der sich speziell an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe richtete und ein buntes Programm aufwies.
Bevor es allerdings damit losging, durfte ein Abstecher in die Glyptothek natürlich nicht fehlen; der Anlaufpunkt, um antike Statuen und Grabreliefs zu bewundern. Herr Stöberl gab eine kleine Privatführung zu den wichtigsten Exponaten und schärfte den Blick für die unterschiedlichen Entstehungszeiträume von Statuen und die verschiedenen Materialien. So konnte die Gruppe sehr gut vorbereitet zu Beginn der Q13 nach Rom fahren. Vielen Dank dafür!
Anschließend ging es, nach einer offiziellen Begrüßung durch die Organisatoren, los mit dem ersten Programmpunkt an der LMU: Hier beschäftigte man sich mittels Virtual Reality mit künstlichen Lichtquellen im antiken Pompeji. Die Testpersonen wurden dabei in die Rolle der Sklavin versetzt, die für die Beleuchtung des Speisezimmers in einem antiken Haus zuständig war. Durch ihre Augen erlebte man unmittelbar, wie die Wandfresken und die Innenausstattung durch das Entzünden der Lampen gewirkt haben mussten. Es folgten mehrere Mitmach-Stationen, bei denen man z.B. verschiedene Versionen der Statuen von „Antinoos“ untersuchte oder weitere Informationen zu Ausgrabungen und der Arbeit eines Archäologen erhielt. Besonders fordernd war das Seminar mit dem Titel „Architektur und Politik“, das sich nicht nur mit dem Bau der Akropolis beschäftigte und den Zusammenhang zwischen Bau und Demokratie ins Zentrum stellte. Es gab auch interessante Einblicke, wie bedeutend das Design von Gebäuden für politische Einflussnahme ist. Dies wurde am Beispiel des Königsplatzes in München verdeutlicht, dessen Gebäude und Konzeption von den Nationalsozialisten für ihre propagandistischen Zwecke umgestaltet wurden.
Den Abschluss des Tages bildete ein informativer Vortrag von Frau Dr. Kristina Junker mit dem Titel „Wo Alexander den Gott befragte: Archäologie und Mythos der Oase Siwa “, in dem sie ihre Forschungsergebnisse zur Oase Siwa in Ägypten vorstellte und über das Großprojekt berichtete, mit dem sie sich die nächsten Jahre beschäftigen wird.
Alles in allem bot der Tag viele abwechslungsreiche Einblicke in die Aufgabenfelder eines Archäologen, massenhaft Informationen zu Statuen und antiker Kultur, einen kulinarischen Abstecher in die Landeshauptstadt und die Anregung, über seine üblichen Schulfächer hinauszublicken.
Herzlichen Dank an die Fachrichtung für Klassische Archäologie für dieses tolle Event!
Hannah Koob, Kursleiterin Q12/13